Vorlesung »Grundbegriffe der Philosophie«
Während des Wintersemesters 2025/2026 hält Prof. Dr. Volker Friedrich an der Hochschule Konstanz die Vorlesung »Grundbegriffe der Philosophie«.
Folge 1: »Glück.«
(Auf den Link, also den unterstrichenen Titel klicken, dann dem Glück begegnen.)
Folge 2: »Wahrheit, Teil 1.«
(Auf den Link, also den unterstrichenen Titel klicken, dann der Wahrheit näherkommen.)
Folge 3: Wahrheit, Teil 2.«
(Auf den Link, also den unterstrichenen Titel klicken, dann der Wahrheit noch näherkommen.)
Folge 4: »Kritik.«
(Auf den Link, also den unterstrichenen Titel klicken, dann Kritik erfahren.)
Folge 5: »Demokratie, Teil 1«
(Auf den Link, also den unterstrichenen Titel klicken, dann in der Demokratie ankommen.)

Wahrheit Teil 2:
Im ersten Moment erschien mir die Korrespondenztheorie logisch und nachvollziehbar. Zum Beispiel ist eine Aussage dann wahr, wenn sie mit der Wirklichkeit übereinstimmt. Wenn ich etwas mehrfach überprüfe und immer auf dasselbe komme, entsteht der Eindruck, dass die Wahrheit klar erkennbar und stabil ist. Irgendwann während des Podcasts kam ich dann an den Punkt, bei dem mich die reine Korrespondenztheorie nicht mehr komplett überzeugt hat, da wir uns an die Wahrheit immer nur annähern können, gerade auch in Bereichen, in denen Subjektivität und Interpretation eine Rolle spielen. An diesem Punkt hat mich dann Poppers Theorie überzeugt. Wir haben keinen Zugang zur objektiven Wahrheit, wir nähern uns nur an. Popper passt auch sehr gut zur gängigen Vorgehensweise in der Wissenschaft. Eine Theorie ist so lange gültig, bis sie widerlegt ist. Daraus ergibt sich ein ständiges Hinterfragen und Korrigieren, daraus aber auch ein ständiges Lernen.
Bei mir in der Architektur ist genau das ein wesentlicher Punkt. Es gibt nicht die eine Wahrheit, wie ein Bauwerk auszusehen hat und aus welchem Material es zu sein hat. Jeder Entwurf wird immer hinterfragt werden können, und es gibt viele Meinungen und damit verbunden auch in gewisser Weise auch Wahrheiten.
Kritik:
Kritik als solches ist meines Erachtens das wichtigste und weiterführendste Gut im Studium. Ein Studium ist grundsätzlich dafür da, Dinge zu probieren, zu analysieren, zu verstehen, was gut und was nicht gut gelaufen ist. Hier sind wir bereits bei der eigenen Selbstkritik und dem Selbststudium. Im Architekturstudium ist Kritik die Grundlage der Gespräche mit den Professoren. Viel weniger haben wir Vorlesungen, sondern mehr Tischkritiken und damit Gespräche über unsere eigene Arbeit und die damit einhergehende Hinterfragung des Entwurfs. Durch diese immer wieder kommende konstruktive Kritik entwickelt man direkt bei der Arbeit die Dinge zu hinterfragen, für die man sich entschieden hat, umzusetzen.
Für mich wird gerade hier im Podcast nochmals veranschaulicht: Kritik ist ein hohes Gut, ohne das vermutlich eine Weiterentwicklung und ein Vorankommen kaum möglich ist. Es spielt keine Rolle, wer einem gegenüber eine Kritik äußert, solange sie einem etwas nutzt, sollte man sie ernst nehmen, egal ob sie einem in diesem Moment gefällt oder nicht.
Zu a)
Ich habe mal in einem Buch gelesen, dass man die Wahrheit nur weiß, wenn man sie selbst erlebt hat. Im Grunde glaube ich daran, weil man durch seine eigene Erfahrung das Erlebnis erlebt, positiv von negativ entscheidet und Konsequenzen daraus zieht, die einen selbst im Leben und in der Zukunft beeinflussen. Allerdings ist meiner Meinung nach die Wahrheit objektiv, wodurch der Mensch als Subjekt vielleicht gar nicht in der Lage ist oder sein wird, die Wahrheit zu erkennen. Es ist wichtig, seinen Standpunkt und das Erlebte zu hinterfragen und daraus zu lernen. Ich würde sagen, aus seinen Fehlern zu lernen aber wenn wir die Wahrheit nicht erkennen können, wie dann auch die Fehler? Basierend darauf stehe ich mit einer gewissen Skepsis hinter der Korrespondenztheorie, gepaart mit der Theorie von Popper aufgrund der Objektivität. Alle Theorien kann ich in gewisser Weise nachvollziehen, finde aber, dass die eine die andere nicht ausschließen sollte.
Zu b)
Bezogen auf die Informationen und Lernquellen, die ich in meinem Studium erhalte, frage ich mich sehr oft, woher sie kommen und ob sie wirklich stimmen. Oftmals recherchiere ich selbst noch einmal nach, um einen besseren Überblick bzw. eine bessere Einsicht zu erhalten. Ich habe oft das Gefühl, dass zu schnell zu viel geglaubt wird und dadurch als „wahr“ befunden wird. Zum Thema Qualität von Informationen oder Lerninhalten wird dies im Studium aus meiner Sicht zu oberflächlich preisgegeben. Mir fehlt oft die Tiefe oder Ganzheit.
Beides sind meine realen Erlebnisse, die sie zu meiner Wahrheit machen. Auch wenn in diesem Fall die Information das Objektive ist, kann und will ich diese immer hinterfragen. Ich denke das spiegelt a) gut wider.